Form follows function – das Gesetz berühmter Designermöbel

Möbelstücke kann man als bloße Einrichtungsgegenstände ansehen, man kann sie aber auch als Designerobjekte betrachten. Häufig des Stilepochen der Architektur und Kunstgeschichte folgend sind Möbel schon seit Jahrhunderten aufwendig gestaltet worden: Ob antike Barocksofas, Biedermeiertischchen, Kommoden im Jugendstil – all diese heute häufig sehr wertvollen Objekte sind als Designermöbel der damaligen Zeit zu begreifen.
Allgemein wird aber heute mit dem Wort Designermöbel klassisch-moderne Möbelgestaltung assoziiert.
Anders als in der bildenden Kunst steht beim Design von Möbeln zunächst der Anspruch, ein Objekt von hohem Gebrauchwert zu schaffen an erster Stelle, wobei der ästhetische Anspruch damit verbunden werden muss.
Der berühmte Leitspruch der Gestalter “form follows funktion”, also die Form folgt der Funktionalität, greift natürlich auch für Designermöbel. Als Pionier des so verstandenen Möbeldesigns gilt gemeinhin Michael Thonet, der Mitte des 19. Jahrhunderts mit dem “Konsumstuhl Nr. 14”, den “Stuhl der Stühle” schuf, wie er bis heute genannt wird.

Die Bauhaus-Bewegung öffnete ab den Zwanziger Jahren Tür und Tor für deutsches Möbeldesign. In dieser Kunstschule sollte unter Rückbesinnung auf das Handwerk Architektur mit anderen Künsten, eben auch Designermöbeln, zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen. Unter diesem Einfluss experimentierten Designer wie Marcel Breuer, Mart Stam und Mies van der Rohe mit neuartigen Materialien, wie Stahlrohren, und neuartigen Konstruktionsideen, wie Stühlen, die ohne Hinterbeine auskommen. So schufen sie Möbel wie den Freischwinger, den Wassily Stuhl, Laccio Tische und Barcelona Stühle. Der Einfluss des Bauhaus hat bis heute Einfluss auf die weltweiten Schulen der Möbelgestaltung. Zu den Klassikern unter den Designermöbeln zählen zum Beispiel auch der “LC2”, von Le Corbusier, der kantige Lederstuhl in Stahlroher gefasst, oder die farbigen Stapelstühle von Arne Jacobsen, die optisch an eine Ameise erinnern und ebenso genannt werden. Er schuf auch Designermöbel-Klassiker, wie den Schwan und das Ei, Polstersessel, die zumeist in kräftigen Farben und schwungvollen Formen daherkommen.